Der Vorteil dieser Stadt an einem heißen Augusttag ist enorm: Man ist in einer knappen Stunde am Wasser. In manchen Fällen in zwanzig Minuten. Das ist ein Luxus, den Leute in anderen Landeshauptstädten nicht haben, und wir nehmen ihn erstaunlich selbstverständlich.
Der Nachteil: Das wissen alle. Und am zweiten Samstag im August merkt man das.
Die wichtigste Entscheidung ist die Uhrzeit
Wer um elf Uhr am Wochenende Richtung See fährt, steht im Stau, findet keinen Parkplatz und legt dann sein Tuch zwischen zwei andere Familien.
Wer um sieben in der Früh fährt, hat einen Vormittag, an den er sich das ganze Jahr erinnert. Das Wasser ist glatt, es sind kaum Leute da, und man kann tatsächlich schwimmen statt zwischen Luftmatratzen zu manövrieren.
Die zweite gute Zeit ist ab fünf am Nachmittag. Dann fahren die Tagesgäste heim, das Wasser hat den ganzen Tag Sonne gehabt, und es wird angenehm ruhig. Wer bis acht bleibt, hat oft den halben Steg für sich.
Nicht jedes Wasser ist gleich
Ein Punkt, den man wissen sollte: Die Seen im Salzburger Umland haben sehr unterschiedliche Temperaturen. Manche sind flach, erwärmen sich schnell und haben im August angenehme Badetemperaturen. Andere sind tief und alpin geprägt und bleiben auch im Hochsommer kühl.
Das ist keine Kleinigkeit, wenn Sie kleine Kinder mithaben oder selbst empfindlich sind. Fragen Sie vorher oder schauen Sie die aktuellen Wassertemperaturen nach - die werden für die größeren Seen laufend veröffentlicht.
Was mit muss und was zu Hause bleiben kann
- Sonnenschutz, und zwar mehr davon, als Sie glauben. Am Wasser wirkt die Strahlung durch die Reflexion stärker, und der Wind täuscht darüber hinweg, dass die Haut schon brennt.
- Etwas mit langen Ärmeln für den Nachmittag. Nach dem Baden fröstelt man auch bei achtundzwanzig Grad.
- Genug Wasser. Am See kauft man teuer, wenn überhaupt.
- Und ein Mistsackerl. Klingt spießig, aber die Bilder, die man am Montag von manchen Uferabschnitten sieht, sind einfach nur peinlich.
Zu Hause bleiben können: die große Kühlbox, die Sie dann dreihundert Meter tragen. Die Bluetooth-Box, über die sich alle im Umkreis ärgern. Und ehrlich gesagt auch das Buch, das Sie am See noch nie zu Ende gelesen haben.
Die Alternative in der Stadt
Nicht jeder hat ein Auto, und nicht jeder will an einem Hitzetag zwei Stunden mit An- und Abreise verbringen. Salzburg hat städtische Bademöglichkeiten, und die sind an Wochentagen deutlich entspannter als ihr Ruf.
Was man außerdem unterschätzt: Die kühlsten Orte in dieser Stadt sind nicht die Bäder, sondern die Kirchen und die Innenhöfe der Altstadt. Ein Steinbau mit meterdicken Mauern ist an einem Augustnachmittag ein Klimagerät, das seit vierhundert Jahren läuft.
Zwanzig Minuten in einem kühlen Kirchenschiff sitzen, dann wieder hinaus in die Hitze - das setzt den Körper zurück. Man muss dafür nicht gläubig sein, nur leise.
Die Salzach ist keine Badegelegenheit
Das muss man leider jedes Jahr sagen. Der Fluss sieht an heißen Tagen verlockend aus, aber er hat Strömungen, unregelmäßige Tiefen und je nach Wetterlage in den Bergen eine Wasserführung, die sich schnell ändert. Am Ufer sitzen und die Füße hineinhängen ist eine Sache. Schwimmen ist eine andere.
Jedes Jahr passieren dabei Unfälle, und fast immer betrifft es Leute, die die Kraft des Wassers unterschätzt haben.
Der Gewitterblick
Im August entstehen die Gewitter am späten Nachmittag, und sie kommen meistens aus westlicher bis südwestlicher Richtung über die Berge. Wenn sich dort um vier Uhr Türme aufbauen, haben Sie in der Regel eine gute Stunde.
Am Wasser ist ein Gewitter kein Spaß. Verlassen Sie den See, bevor es interessant wird, nicht danach. Das gilt besonders, wenn Sie auf dem Wasser sind - Blitze suchen sich den höchsten Punkt, und auf einem See sind Sie das.
Mit dem Zug statt mit dem Auto
Ein Teil der Seen im Umland ist mit den Öffis erreichbar, und an einem Hitzewochenende ist das oft die schnellere Variante. Kein Stau, keine Parkplatzsuche, und man kann am Abend ein Getränk trinken, ohne rechnen zu müssen.
Wer ein Klimaticket hat, zahlt ohnehin nichts extra. Und wer keines hat, sollte sich anschauen, ob sich eines rechnet - bei zwei Ausflügen im Monat und dem täglichen Weg in die Arbeit geht die Rechnung erstaunlich schnell auf.
Und dann der Heimweg
Sonnengebrannt, mit Sand in den Schuhen und nassem Handtuch im Auto, gegen halb neun zurück in der Stadt, die noch immer warm ist. Man hat den ganzen Tag nichts geleistet und ist trotzdem völlig zufrieden.
Genau dafür ist der August da.



