Es beginnt schleichend. Erst sind es mehr Busse am Rand der Altstadt, dann stehen die ersten Gruppen mit Kopfhörern vor dem Geburtshaus, und irgendwann Mitte Juni braucht man für den Weg vom Alten Markt zur Staatsbrücke doppelt so lang wie im März.
Der Sommer in Salzburg ist wunderschön und anstrengend, meistens gleichzeitig.
1. Ändern Sie die Uhrzeit, nicht die Route
Der wichtigste Punkt, und der, mit dem man am meisten gewinnt. Der Besucherstrom in der Altstadt folgt einem sehr klaren Muster: Vor neun ist praktisch nichts los. Zwischen zehn und achtzehn Uhr ist Hochbetrieb. Nach neun am Abend wird es wieder ruhig.
Wer seine Erledigungen konsequent in die Randzeiten legt, erlebt einen völlig anderen Sommer. Das klingt nach einer Zumutung, ist aber in der Praxis meistens nur eine Frage von einer halben Stunde früher aufstehen.
2. Lernen Sie die Durchhäuser
Die Salzburger Altstadt hat ein Netz aus Durchgängen zwischen den Gassen, das die meisten Besucher nie betreten, weil es von außen aussieht wie ein privater Hauseingang. Für Einheimische sind sie der schnellste Weg quer durch das Viertel.
Wenn Sie hier wohnen und diese Durchgänge nicht kennen, nehmen Sie sich einmal einen Sonntagvormittag Zeit und probieren Sie sie aus. Das ist eine Investition von zwei Stunden, von der Sie zwanzig Jahre etwas haben.
3. Verlegen Sie den Kaffee
Die Kaffeehäuser an den Hauptplätzen sind im Sommer voll, teuer und hektisch. Zehn Gehminuten weiter, in den Stadtteilen jenseits der touristischen Achse, sitzt man ruhig, wird ordentlich bedient und zahlt weniger.
Das ist kein Geheimtipp, das ist einfach Geografie. Man muss nur bereit sein, ein bisschen zu gehen.
4. Die Berge sind näher, als Sie denken
Der beste Umgang mit einer vollen Stadt ist, sie an manchen Tagen einfach zu verlassen. Vom Stadtgebiet aus ist man in einer knappen Stunde an Seen und in Wandergebieten, die im Juni noch nicht überlaufen sind.
Und selbst innerhalb der Stadt: Der Kapuzinerberg ist im Hochsommer erstaunlich leer. Die Aufstiege sind steil genug, dass sie die meisten Tagesbesucher abschrecken.
5. Sagen Sie nicht ab
Der häufigste Fehler von Einheimischen im Sommer: Man meidet die Altstadt so konsequent, dass man sie ein Vierteljahr lang nicht sieht. Und dann ärgert man sich im Herbst darüber, dass die Festspielzeit vorbei ist und man nichts davon mitgenommen hat.
Es gibt in diesen Wochen ein Programm, für das andere Leute quer durch Europa anreisen. Sie wohnen hier. Nutzen Sie das wenigstens einmal.
6. Die Hitze ernst nehmen
Salzburger Sommer sind feucht, und feuchte Hitze ist anstrengender als trockene. Die Altstadtgassen sind zwar schattig, aber die Steinmassen speichern Wärme und geben sie abends ab. Wer in einer Dachgeschoßwohnung lebt, weiß, wovon ich rede.
Was wirklich hilft: In der Früh lüften und dann die Fenster zu, Rollos runter. Klingt nach Großmutterwissen, ist aber Physik und funktioniert besser als jeder Ventilator.
7. Nachsichtig bleiben
Das ist der schwierigste Punkt. Es gibt einen Ton, den man in dieser Stadt im Juli manchmal hört, wenn Einheimische über Besucher reden, und ich mag ihn nicht besonders.
Ja, es ist mühsam, wenn jemand mitten in der Gasse stehen bleibt, um zu fotografieren. Aber diese Leute finanzieren einen erheblichen Teil dessen, was diese Stadt ausmacht - von den Festspielen bis zu den Arbeitsplätzen in der Gastronomie. Und die meisten von ihnen sind einfach nur beeindruckt von einem Ort, an dem wir uns längst nicht mehr umschauen.
Man muss sie nicht lieben. Aber es lohnt sich, ab und zu mit ihren Augen zu schauen.
Der Umgang mit Besuch von auswärts
Wenn im Juli die Verwandtschaft anrückt, wird von einem erwartet, dass man die Stadt zeigt. Der klassische Fehler ist der Marathon: Festung, Altstadt, Geburtshaus, Mirabellgarten, alles an einem Tag, bei dreißig Grad.
Das funktioniert besser in zwei Portionen, mit einer langen Mittagspause dazwischen. Und mit mindestens einem Programmpunkt, der nicht in jedem Reiseführer steht. Ein Aufstieg auf den Kapuzinerberg beeindruckt Gäste erfahrungsgemäß mehr als die dritte Sehenswürdigkeit in Folge.
Der Sommerabend als Entschädigung
Wenn die Reisebusse weg sind, gegen halb neun, dann kommt der Moment, für den man den ganzen Trubel aushält. Die Fassaden sind noch warm. Am Ufer sitzen Leute. Es ist hell bis nach zehn.
Diese Abende gibt es nur zwischen Juni und August, und es sind vielleicht dreißig davon im Jahr. Verschwenden Sie keinen mit schlechter Laune über die Menschenmengen am Nachmittag.



