Es gibt einen Montag Anfang September, an dem alles gleichzeitig wieder anfängt. Der Obus um halb acht ist plötzlich voll mit Schultaschen. Vor den Volksschulen stehen Eltern, die zu früh dran sind und es nicht zugeben. Und in den Büros sitzen Leute mit Urlaubsbräune und einem Posteingang, den sie lieber nicht aufmachen würden.
Die Stadt schaltet um. Innerhalb eines Tages.
Der Spätsommer ist noch nicht vorbei
Das ist der Teil, den die meisten übersehen. Anfang September hat Salzburg oft die stabilsten Schönwetterlagen des ganzen Jahres. Die Gewitterneigung des Hochsommers lässt nach, die Luft wird trockener, und die Nachmittage haben angenehme fünfundzwanzig Grad statt der schwülen zweiunddreißig vom August.
Nur ist auf einmal niemand mehr da, um es zu genießen. Die Bänke am Salzachufer, im August um sechs Uhr abends besetzt, sind an einem Septemberdienstag halb leer.
Wer also in diesen Wochen die Möglichkeit hat, sich am Nachmittag zwei Stunden freizuschaufeln, bekommt den Sommer noch einmal, nur ohne Publikum.
Was der Schulanfang mit dem Verkehr macht
Ehrlicherweise: einiges. Die ersten zwei Wochen sind in dieser Stadt jedes Jahr die zähesten des Herbstes. Elterntaxis vor den Schulen, mehr Berufsverkehr, weil alle gleichzeitig aus dem Urlaub zurück sind, und Baustellen, die man im August fertigmachen wollte und nicht fertiggemacht hat.
Was hilft: Zehn Minuten früher losfahren, oder gleich aufs Rad umsteigen. Anfang September ist die beste Radzeit des Jahres - warm genug, dass man nicht friert, kühl genug, dass man nicht verschwitzt ankommt.
Der Übergang für die Kinder
Der Schulanfang ist für viele Familien anstrengender, als er sein müsste, und das liegt selten an der Schule. Es liegt daran, dass neun Wochen ohne Struktur direkt auf einen Tag mit sehr viel Struktur treffen.
Was Eltern, die ich kenne, für sinnvoll halten:
- Die Schlafenszeit schon in der letzten Ferienwoche schrittweise nach vorne verschieben. Zehn Minuten pro Tag, nicht auf einen Schlag.
- Die erste Woche bewusst leer lassen. Kein Nachmittagsprogramm, keine Kurse, kein Verein. Die Kinder sind müder, als sie zugeben.
- Und das Gewand für den nächsten Tag am Abend herrichten. Das klingt nach einem Ratschlag aus dem vorigen Jahrhundert und rettet trotzdem jeden Morgen.
Die Stadt bekommt ihre Plätze zurück
Mit dem Ende der Festspiele und dem Beginn der Schule verschiebt sich das Gleichgewicht in der Altstadt spürbar. Es sind noch Besucher da, aber weniger, und sie sind anders unterwegs: langsamer, älter, weniger in großen Gruppen.
Für Einheimische heißt das, dass sich die Gastronomie wieder anders anfühlt. Man bekommt einen Tisch. Die Kellnerin hat Zeit für einen Satz. Und in den Kaffeehäusern sitzen wieder Leute, die vier Stunden bleiben und eine Zeitung lesen.
Das ist die Stadt, in der wir eigentlich wohnen. Wir sehen sie nur ungefähr acht Monate im Jahr.
Was jetzt am Markt ankommt
September ist eine der besten Zeiten am Grünmarkt. Der Sommer bringt noch Paradeiser und Fisolen, gleichzeitig kommen die ersten Herbstsachen: Zwetschken, Äpfel, die ersten Kürbisse. Ein paar Wochen lang liegt beides nebeneinander.
Wer Marmelade oder Kompott einkocht, hat jetzt den Termin. Zwetschken sind kurz da und dann weg, und die eingekochten Gläser im Jänner sind eine der wenigen Sachen, für die man sich im Nachhinein selbst dankbar ist.
Der Vorsatz, den man jetzt fassen sollte
Anfang September ist psychologisch ein besserer Jahreswechsel als der 1. Jänner. Der Rhythmus ändert sich ohnehin, man muss ohnehin neu planen, und die Tage sind noch lang genug, dass man Energie hat.
Wenn Sie also etwas verändern wollen - eine Gewohnheit, einen Kurs, einen Sport - dann fangen Sie jetzt an. Nicht im Jänner, wenn es finster und kalt ist und alle anderen dasselbe versuchen.
Der Kleiderkasten ist auch ein Thema
Anfang September ist der undankbarste Zeitpunkt für die Frage, was man anzieht. In der Früh hat es zehn Grad, um drei Uhr nachmittags sechsundzwanzig. Wer sich für eines von beidem entscheidet, hat den halben Tag lang falsch entschieden.
Die Lösung ist unspektakulär und funktioniert trotzdem: eine dünne Schicht mehr, die man ausziehen kann, und ein Rucksack, in den sie hineinpasst. Für Kinder heißt das eine Jacke, die auch wirklich in der Schultasche Platz hat, sonst bleibt sie zuverlässig in der Garderobe liegen.
Und dann wird es langsam Herbst
Es dauert noch. Die Blätter drehen sich erst Ende September, der erste kalte Morgen kommt oft erst im Oktober. Was jetzt kommt, sind ein paar Wochen mit sehr klarem Licht, warmen Nachmittagen und kühlen Nächten.
Die beste Zeit des Jahres in dieser Stadt, wenn Sie mich fragen. Man muss nur draußen sein, um es mitzubekommen.



